Unser „Innerer Arzt“ – Warum Stress unsere Selbstheilung blockiert

Wie fühlst du dich im Moment?

  • Geht es dir gut?
  • Bist du ausgeglichen?
  • Hast du körperliche Probleme?
  • Weißt du vor lauter Stress und Hektik nicht, wie du zur Ruhe kommen sollst?

Wenn du mit etwas anderem, als „mir geht es gut“ antwortest, dann lies am besten weiter. Wie es uns jetzt, in diesem Moment geht, ist das Ergebnis von dem, was wir bisher in unserem Leben getan oder nicht getan haben. Schau gedanklich kurz zurück und betrachte ganz in Ruhe deinen Lebensweg. Wenn es dir hilft, schreib es auf.

Falls es uns nicht gut geht, wollen wir vielleicht sofort alles ändern, alles neu anfangen, schnell wieder gesund sein. Dafür ist es gut zu wissen, welche Ursache unser „Nicht-gut-fühlen“ hat und was genau, wir anders machen möchten. Wie können wir es umsetzen. Was ist der nächste Schritt. Klingt so, als hätten wir wieder einen Weg vor uns, aber dieses Mal nach vorne und in die Zukunft, in Richtung Gesundheit. Schritt für Schritt geht es uns wieder besser. Einverstanden?

Was ist Stress?

Stress – egal in welcher Form – macht, dass wir unausgeglichen, nicht gesund und nicht glücklich sind. Bei Stress, der sich aus Überforderung, Zeitdruck oder Angst etwas nicht zu schaffen ergibt, kann man davon ausgehen, dass er schadet. Das ist Fakt. Zumindest über einen längeren Zeitraum werden wir damit nicht fertig. Es fühlt sich an wie ständiger innerer „Hochleistungssport“, wie ein innerer Wettlauf, bei dem man – egal wie schnell und lange man läuft – nie an einem Ziel ankommt.

Grundsätzlich ist Stress – betrachtet man ihn aus der Sicht der Evolution – sinnvoll. Er aktiviert unsere Sinne und lässt uns leistungsfähiger werden. Der Herzschlag steigt, wir atmen schneller, Energiereserven werden freigesetzt, fast alles Blut fließt nun in unsere Muskeln. Das Gehirn hat dem Körper Signale gegeben, alles in die Wege zu leiten, um einer drohenden Gefahr zu entkommen. „Lauf um Dein Leben“ lautet der innere Befehl. Es werden sofort Hormone und Botenstoffe ausgeschüttet z. B. Cortisol und Adrenalin. Das Immunsystem wird in diesem Moment gebremst: „Schnupfen? Völlig egal, können wir uns jetzt nicht drum kümmern“, verkündet das System, „erst wenn wir in Sicherheit sind!“

Unterm Strich lösen Stresssituationen immer Angst aus und sind belastend. Die heutigen Themen, mit denen sich die Menschen konfrontiert sehen, erzeugen unterschwelligen Dauerstress. Meist sind es innere Faktoren:

  • Stete Besorgnis um die Zukunft
  • Sich leer fühlen trotz einem Überangebot an Reizen
  • Perfekt sein wollen – Leistungsdruck „Ich muss alles 100%ig machen“
  • Vollgepackte Freizeit „Ich muss noch joggen, einkaufen, Mutter anrufen, Freunde warten…“
  • Beliebt und anerkannt sein wollen – nicht Nein sagen können „Ich möchte es allen Recht machen“
  • Existenzängste „Das Haus muss abbezahlt werden“
  • Hoch empfundene Verantwortung „Ich muss ständig alles kontrollieren, sonst klappt das einfach nicht“
  • Lärm und Unruhe, ständige Erreichbarkeit

Kleinere Warnzeichen wie Ohrenrauschen, ständige Kopfschmerzen oder Infektanfälligkeit werden dabei viel zu oft ignoriert und mit Medikamenten ausgeschaltet.

Gibt es auch positiven Stress?

Es ist klar, dass hohe Anforderungen weniger belasten, wenn der Grund ein positiver ist. Du leitest z. B. wochenlang ein anstrengendes Projekt und bist sicher, dass es gelingt. Bist überzeugt, dass es ein großer Erfolg wird. Die Vorfreude spornt dich jeden Tag an.
Oder du organisierst ein großes Fest, habst viele schöne Ideen dafür und freust dich schon jetzt auf die glücklichen Gesichter deiner Familie und Freunde.

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Du spürst sicher schon beim Lesen, wie belebend sich das anfühlt. Trotzdem kann man, wenn diese Phasen länger dauern, krank werden. Das haben wir alle schon erlebt, wenn nach erfolgreichen, aber fordernden Arbeitswochen der Urlaub anfängt und wir endlich entspannen können, bekommen wir eine Erkältung.

Aber ich kann doch gar nichts dafür

Jeder, der in der Stressspirale steckt wird Erklärungen oder Schuldige parat haben. Ob es der Job ist, in dem man weiterkommen möchte, die Familie oder das neue Haus. Wer erkennt schon an, dass die hohe Arbeitsbelastung, die Eile und das ständige Hetzen einen Eigenanteil haben, der nicht klein ist. Es sind immer zwingend notwendige Arbeiten, die biss da oder dort fertig sein müssen!

Unser Unterbewusstsein hat dafür viele Sätze gespeichert:

„Ohne Fleiß keinen Preis“
„Was werden bloß die anderen denken?“
„Ich habe Dich lieb, weil Du mir immer so viel hilfst“
„Das reicht so nicht! Strenge Dich mehr an!“
„Wenn Du das schaffst, bin ich stolz!“

Wir alle möchten akzeptiert, geliebt und wertgeschätzt werden. Dafür strengen wir uns enorm an. Irgendwie haben die meisten die Erwartung, dass andere ihnen Anerkennung und Liebe entgegenbringen sollten. Sie sind enttäuscht, wenn der Chef die immensen Anstrengungen nicht sieht, kein Danke, sogar noch Kritik über Kleinigkeiten äußert. Wir sind süchtig nach lobenden Worten, die uns sagen wie gut wir sind. Die Definition von Liebe über Leistung haben viele von uns gelernt und im Unterbewusstsein verankert und dieses steuert uns zu 95% – 99%.

Wie entstehen dadurch Krankheiten?

„Die Seele sagt zum Körper: „Geh‘ Du voraus, auf mich hört der Mensch nicht.“ Der Körper sagt: „Ich werde krank werden, dann wir er Zeit für Dich haben!“ (Ulrich Schaffer)

Unser Körper spricht zu uns, in dem er Symptome erschafft. Das ist seine Möglichkeit uns aufmerksam zu machen, dass etwas nicht stimmt. Es fängt ganz leise an. Kopfschmerzen, schon wieder erkältet, müde…

Diese kleinen Warnungen zu ignorieren macht wenig Sinn, oder sie auf Dauer mit Medikamenten abzuschalten. Wenn bei unserem Auto eine Warnlampe leuchtet, schauen wir doch auch nach der Ursache und schrauben nicht einfach die Birne heraus, dass wir nicht weiter genervt werden.

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, ständig erkältet..

Meine Geschichte

Was passieren kann, wenn man Symptome lange nicht beachtet, erzähle ich hier ganz kurz: Schon die kleine Brigitte, hatte ständig Bauchschmerzen. Immer wenn etwas nicht zu ihr passte, kamen die Schmerzen: „Ich kann nicht in die Schule“, „bitte nicht zum Sport!“, „bitte nachts das Licht anlassen“. Bauchweh war ihr NEIN. Denn NEIN sagen war bei verboten. Zu den Eltern sagt man nicht NEIN“.

Später sagte ich auch NEIN zu mir selbst, als Entschuldigung, weil ich auf dem Sofa lag statt fleißig zu sein. Später, als Erwachsene, erlaubte ich mir fast nie ein NEIN, auch gegenüber Freunden, aus Angst abgelehnt zu werden oder als empfindlich zu gelten. Immer mussten Bauchschmerzen entstehen, dass ich eine Entschuldigung hatte.

Im Laufe der Jahre wurden diese Schmerzen echte Befunde mit Entzündungen, Verwachsungen und Cysten. Die Schmerzen waren so stark, dass ich in einer Schmerzklinik war und mehreren Operationen folgten. Die Cysten und Verwachsungen wurden entfernt, Antibiotikainfusionen halfen bei den Entzündungen, aber die „Entschuldigungsschmerzen“ blieben und hatten sich manifestiert. Unser Körper kann durchaus immer mehr zeigen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Erst die Arbeit mit energetischer Medizin und meine Ausbildung zum Coach und Mentor bei dem Arzt Uwe Albrecht mit dem Heilsystem Innerwise, brachten mir die richtige Erkenntnis. Ich habe meinem Körper versprochen, ab sofort selbst Nein zu sagen. Er braucht das nicht mehr für mich zu übernehmen. Seitdem habe ich keine Schmerzen mehr, von einem Tag auf den anderen.

Wann läuft das Fass über?

Wenn ich gefragt werde: „Was hat das Fass zum Überlaufen gebracht?“ frage ich: „Was hat das Fass überhaupt so voll gemacht, dass es jetzt überläuft?“

Fast alle gesundheitlichen Störungen werden durch Stress verursacht. Wenn wir Symptome bekommen, weil Stress uns nicht mehr durchatmen und schlafen lässt. Wenn wir nur noch funktionieren, aber nicht mehr wirklich lebendig sind, wenig Freude und fast keine Energie mehr haben und uns nicht mehr ausgleichen können, dann spricht unsere Seele über den Körper. Er möge doch bitte zeigen, dass es „eng“ wird. Das müssen wir ernst nehmen und beachten, sonst setzen wir unsere Gesundheit aufs Spiel. Der schwächste Bereich unseres Körpers bricht unter dem Stress-Druck zusammen.

Bei Dauerstress gerät unser Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Wie eine Maschine, die ständig auf Hochtouren läuft. Unser Autonomes Nervensystem arbeitet ohne dass wir es bewusst dazu auffordern müssen. Über 99% aller Körpervorgänge laufen unter diesem Auto-System ab. Wenn unser Körper bei Stress in den „Fluchtmodus“ wechselt startet ihn diese Automatik. Obwohl jetzt alles darauf angelegt ist, unser Leben zu retten, kann es langanhaltend zu Entzündungen und Verspannungen kommen. Es werden schließlich immense Energiereserven dafür verbraucht.

Wann ist es genug?

Zu Zeiten, in denen wir sehr eingespannt und angespannt sind, schickt das Gehirn folgende Botschaft an das Immunsystem: “Runterfahren, sofort, das schaffen wir nicht alles auf einmal!“
Aber hat das Immunsystem nicht die Aufgabe auf uns aufzupassen, denn es zerstört Bakterien, Viren und Pilze und entartete Zellen? Dafür braucht es sehr viel Energie, die wir jetzt nicht haben. Wir benötigen momentan alle Reserven, um die „Fluchtbereitschaft“, aufrecht zu erhalten.

In unserem Unterbewusstsein sind Muster und Selbsthilfesätze gespeichert, die uns doch früher in einer solchen Lage immer geholfen haben. Sätze wie
„Das klappt schon irgendwie“, reichen aber nun leider nicht mehr aus.
Oder: „Wer einen starken Willen hat, kann alles schaffen!“ Nun wollen kann man, aber wenn der Tank leer ist, nutzt es nichts Gas zu geben.
„Noch mehr anstrengen“ lautet bei manchen Menschen dann die Devise.  Und schon ist man in den Kreisverkehr eingefahren, der an jeder Ausfahrt zum gleichen Berg der Überforderung führt.

Was der Körper nun tut, um sich zu helfen ist, schwer krank werden, damit es Entspannung geben kann. Runterfahren und neu anfangen lautet die Devise.

Kann man Stress messen?

Herz-EKG
Im EKG kann man die Herzvariabilität messen

In der Schulmedizin kann man physiologischen Stress über die Herzfrequenzvariabilität messen. Dabei sieht man, ob das System im Gleichgewicht ist oder nicht. Die zuverlässigste und zugleich gängigste Methode, die Herzfrequenzvariabilität zu messen, ist das EKG.

Als Herzfrequenzvariabilität wird die Fähigkeit eines Organismus bezeichnet, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Auch im Ruhezustand treten spontan Veränderungen des zeitlichen Abstandes zwischen zwei Herzschlägen auf.

Ein gesunder Organismus passt die Herzschlagrate beständig momentanen Erfordernissen an. Körperliche Beanspruchung oder psychische Belastung hat deswegen in der Regel eine Erhöhung der Herzfrequenz zur Folge, die bei Entlastung und Entspannung normalerweise wieder zurückgeht. (Quelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Herzfrequenzvariabilit%C3%A4t)

Und die Kraft der Selbstheilung?

Um zu heilen, brauchen wir Energie. Stellen wir uns vor, unser Körper wäre eine Ritterburg, die angegriffen wird (Stress). Bewohner sind die Zellen. Bei Alarm (im Gehirn) werden sofort alle normalen Tätigkeiten eingestellt. Alle Bewohner müssen auf Ihren Gefechtsplatz. Die Zellen stellen Wachstum und Heilmechanismen oder Reparaturmaßnahmen ein. Es ist ein Notfall, keine Zeit für Alltägliches! Alle Energie und Kraft fließt in diese Rettungsmaßnahme.

Auch Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen für die  Zellen helfen nun nicht mehr richtig weiter. Beste Nahrung und Versorgung für die Bewohner der Ritterburg steht bereit. Leider können die vor lauter Stress und Angst gerade nichts essen – total blockiert und hektisch  – Appetit vergangen.

Das Beste, um neue Energie zu bekommen ist, wenn wieder Ruhe einkehrt, aufgeräumt wird und repariert. Unsere Zellen brauchen nun Gleichgewicht und Erholung. Heilung ist ein umfangreiches und großes Thema, mit vielen Facetten und Möglichkeiten. Heilung braucht Impulse, nicht nur von außen, auch von uns selbst. Die Selbstheilung braucht Unterstützung und die Bewusstheit, dass etwas in Schieflage geraten ist.

Inzwischen leben wir in der Überzeugung, dass es für jedes Leiden einen heilenden Eingriff, eine Therapie oder ein Gegenmittel gibt. Der Medikamentenkonsum verschafft uns eine Art Ferien von der persönlichen Verantwortung für unser Wohlergehen (Bruce Lipton).

Ein wichtiger Impuls ist Liebe zu dir selbst zu deinem Körper. Wir haben oft gelernt, dass Liebe von außen, von anderen kommt. Vom Satz: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ werden oft nur die ersten drei Worte gepredigt.

Ein weiterer wichtiger Impuls ist, NEIN sagen. Denkst du manchmal, dass deine Familie und Freunde es schon langsam gewohnt sind, dich ständig um kleine und große Gefallen zu bitten? Bist du traurig, wenn schon wieder kein Danke und Ich-hab-dich-lieb kommt? Fragst du schon gar nicht mehr, sondern greifst einfach helfend ein und hoffst, dass es endlich jemand merkt? Sage Nein, dir zuliebe. Denn, wenn dein Energieglas leer ist, kannst du niemandem mehr etwas daraus anbieten. Nimm dir künftig die Zeit für drei tiefe Atemzüge, wenn dich jemand um einen Gefallen bittet um zu fragen: „Möchte ich das jetzt wirklich ohne jede Einschränkung machen?“

Wenn du es nicht gewohnt bist, NEIN zu sagen, hast du vielleicht ein schlechtes Gewissen. Du kannst dir doch eins von den netten NEINS aussuchen, z. B. „sei mir bitte nicht böse, aber ich kann das im Moment nicht tun!“ Du brauchst das auch nicht erklären, den Grund muss niemand wissen. Und wenn dann doch jemand fragt sagst du einfach: „Tut mir leid, aber im Moment geht es wirklich nicht!“ Probiere es aus, in kleinen Sachen am Anfang und du wirst sehen, wie einfach es mit der Zeit wird, dass dir niemand böse ist und wie gut das tut.

Impuls drei: Beende Kompromisse. Mache dir eine Liste mit allen Kompromissen, die du lebst und beende sie. Sie sind wahre Energiefresser.

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Unser Körper ist ein so wertvolles Werkzeug, durch ihn können wir uns ausdrücken, uns bewegen, Schönes fühlen und genießen. Wir sehen und hören durch ihn und als wir auf die Welt kamen, war er ein perfektes Wunderwerk. Bitte, wir sollten wirklich gut auf ihn aufpassen.

Versprechen wir uns eines: Bei jedem Schnupfen, jeder Erkältung, jedem Unwohlsein zu überlegen: Welcher Stress hat es ausgelöst? Wann hat es angefangen? Wie kann ich selbst etwas tun? Was zeigt mir das Symptom? Wer kann mir helfen? (Die W-Fragen, wie Uwe Albrecht von Innerwise sagt). Zugluft oder kalte Füße sind nie die Ursache, sie sind Auslöser.

Ein kleiner Impuls von mir:

Versuche die leise Stimme, die Dich daran erinnert, wie wichtig es ist, gut für Dich zu sorgen, ab jetzt nicht mehr so oft zu überhören.

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Schenke Dir jetzt gleich eine kleine Entspannung und wenn Du denkst, keine Zeit dafür zu haben, dann schließe nur kurz die Augen und höre die Vögel zwitschern und lausche dem Wind in den Bäumen.

Fotos Pixabay