Unser „Innerer Arzt“ – Optimismus stärkt das Immunsystem

Du bist ein Mensch mit einer positiven Lebenseinstellung? Dann gehst du gesünder durchs Leben. Das wird in Studien bewiesen. Optimistisch denkende Menschen sind trotz Stress weniger anfällig für Infekte der Atemwege als eine Gruppe, die weniger positiv denkt.

Wenn Du Optimist bist, betrachtest du eine Stressphase eher als Herausforderung, die Dich beflügelt, nicht als Phase, in der du dich sehr anstrengen musst. Der Blick durch die rosarote Brille macht es leichter…

Think Pink!

Pessimisten, die krank werden, keinen Erfolg haben oder depressiv sind, sagen nicht selten: „habe ich es nicht gesagt, dass es so kommen wird?“ Genauso oft aber behält ein Optimist Recht. Er fühlt sich als Glückspilz, ist erfolgreich, guter Dinge und bei guter Gesundheit. „Was soll schon schief gehen, das klappt sicher“ ist sein Motto.

Körper, Geist und Seele wirken zusamen, das brauche ich dir nicht zu erzählen, denn das wissen wir schon lange. Wer körperlich fit und gesund ist, fühlt sich insgesamt wohl und zufrieden. Menschen mit einer starken psychischen Gesundheit, die sehr ausgeglichen sind, überwinden körperliche Herausforderungen oder Einschränkungen schneller.

Wie funktioniert das praktisch?

Was passiert in Deinem Körper, wenn du gute Laune hast und froh und optimistisch in die Zukunft schaust? Das Glückshormon Dopamin aktiviert Teile des Immunsystems. Wenn das Gehirn vermehrt dieses Hormon ausschüttet, sind mehr „Fresszellen“, die Krankheitserreger bekämpfen im Blut und es vermehren sich die Antikörper, das ist nachgewiesen.

Ein Großteil, von Krankheiten sind, wie wir wissen, auf andauernde Stressbelastung zurückzuführen. Sogar Wunden heilen langsamer, wenn unser Körper Stress hat. Klinische Studien zeigen, dass unsere Gedanken das Immunsystem und das Hormonsystem entscheidend steuern.

Optimisten schaffen es sich ständig zu motivieren, für sie kommt es gar nicht in Betracht, dass vom Jammern und Schimpfen etwas besser wird. Und wenn, dann mal ein lauter Schrei oder Fluch. Vorwärts lautet die Devise, zurück kostet Energie und Zeit.

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann,
so ist es der Glaube an die eigene Kraft.“
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Der Placebo-Effekt und der Optimist

Auch beim Placebo-Effekt entscheidet unser Glaube an die Wirkung eines Mittels. Fast ein Drittel aller Heilungen hat anscheinend nichts mit den Behandlungen zu tun. Ausschließlich der Glaube daran, dass wirklich geheilt werden kann, hat geholfen. Es werden dabei oft völlig harmlose Zuckerpillen und Kochsalzlösungen verabreicht und dennoch können sie wie echte Medikamente, Krankheitssymptome deutlich bessern, weil Menschen an die Wirkung glauben.

Alleine die Überzeugung, dass es sich um ein hoch wirksames Medikament handelt bringt die heilende Wirkung. Inzwischen ist wissenschaftlich anerkannt, dass es sich dabei um keine Einbildung der Patienten handelt. Der Plascebo-Effekt ist ein neurobiologischer Vorgang, der messbar ist.

Optimisten sind hier wieder klar im Vorteil, denn sie erwarten einfach, dass eine Therapie hilft. Aber auch normale Medikamente wirken bei Optimisten, die an die Wirksamkeit glauben sogar noch besser. Vertrauen in den Arzt, aber auch den Apotheker, der vielleicht sagt: „Das ein sehr gutes Mittel“ bestätigen diese Erwartung.

Sogar die Wirkung von echten Medikamenten kann man durch Informationen beeinflussen. Wenn du z. B. alle Nebenwirkungen auf einem Beipackzettel liest und es steht da, dass es dir zu 80% übel werden kann von diesen Tabletten, dann… und? funktioniert es?

Typisch Pessimist – Typisch Optimist

Beides hat etwas mit der Inneren Einstellung zu tun. Pessimist und Optimist unterscheiden sich in der Art, wie sie die Welt um sich herum wahrnehmen, worauf sie ihren Blick richten.

Beispiele:

  • Beim Schweizer Käse sehen die Pessimisten hauptsächlich die Löcher und den im Vergleich wenigen Käse, der da ist. Optimisten freuen sich einfach auf den Genuss.
  • Wenn die Sonne scheint, denken Pessimisten an den Regen, der sicher ab morgen wieder kommt oder den Sonnenbrand, den sie bekommen könnten oder dass es bald schon wieder viel zu warm wird. Optimisten freuen sich an der Wärme, dem Licht, den Sonnenstrahlen und setzen sich genüsslich nach draußen.
  • Pessimisten ärgern sich über das, was sie nicht besitzen oder verloren Gegangenes. Optimisten freuen sich über das, was sie haben.

Irgendwie haben beide Recht und es ist natürlich Ansichtssache, das stimmt. Der große Unterschied ist jedoch, dass der Pessimist sich schlecht fühlt und der Optimist gut.

Dass es solche unterschiedlichen Ansichten gibt, liegt an unserem Gehirn! Das Gehirn eines Optimisten macht mehr Erfreuliches und Positives bewusst, während das des Pessimisten den Blick mehr auf Negatives und Unerfreuliches lenkt. Diese Gewohnheiten haben wir im Laufe unseres Lebens entwickelt. Keiner kommt als Optimist oder Pessimist auf die Welt. Deshalb: Optimismus kann man lernen.

Optimismus entsteht durch das Erleben von Geborgenheit als Kind. Denn als Kind lernen wir durch jemanden der uns unterstützt zu unterscheiden, ob etwas wirklich schlimm ist oder nicht. Während unseres weiteren Lebens, müssen wir dann immer wieder mal Kränkungen oder Ängste bewältigen. Wenn unser Selbstwertgefühl aber stabil ist, z. B. durch einem tollen Beruf oder wenn wir sonst etwas gut können und dabei lernen uns gut zu fühlen, klappt das mit dem Optimismus. Wer ein Instrument spielt oder im Sport übt, Probleme als Herausforderungen zu sehen, trainiert seine Sichtweise.

Kann ich Optimismus lernen?

Optimismus lässt sich trainieren. Dazu reicht aber nicht alleine positiv zu denken. Es braucht Geduld und wirklich Übung. Angewohnheiten sind nun mal – wie das Wort schon sagt – Gewohnheiten. Trotzdem kann jeder lernen ein Optimist zu werden.

Tun wir heute einfach mal, was uns glücklich macht und nicht das,
was vielleicht am Besten für uns ist.

Hier ein paar Tipps:

  • Reagiere positiv auf die Frage „Wie geht’s“. Antworte immer mit „Danke sehr gut“ oder „Bestens“. Auch, wenn es nicht stimmt – gerade dann. Je mehr Du Dich mit Deinem schlechten Befinden beschäftigst, umso schlechter geht es Dir. Wie bei einem Schauspieler, der eine lustige Rolle spielt, er wird sich auch gut gelaunt fühlen. Es hat nichts damit zu tun, dass du dich belügst, du ignorierst Dein Befinden einfach für einen Moment.
  • Wie reagierst du z. B. auf der Autobahn in einem Stau, den du nicht vermeiden kannst? Was ist, wenn du deshalb zu spät kommst? Du kannst es nicht ändern, also bestimme einfach, wie du damit umgehst. Nutze die Zeit um etwas schönes im Radio zu hören, entspanne dich. Lerne in Situationen, die sich nicht ändern lassen, gelassen zu reagieren. Sie lösen sich auch wieder auf.
  • Umgib dich mit anderen Optimisten und meide Pessimisten. Hier begegnen dir automatisch positive Aussagen. Lasse dich davon anstecken.
  • Meide Menschen die ständig jammern, das bringt die Stimmung in den Keller. Wenn dich jemand ablehnt, oder dir Steine in den Weg legt dann denke: Das ist seine Meinung, ich entscheide, wie ich darauf reagiere.
  • Ich mag das Wort Problem nicht. Für mich sind es immer Herausforderungen und ein Lernprozess. Themen, die man sich lange negativ ausmalt und die aus der Ferne riesig erscheinen, werden bei näherer Betrachtung beim überlegen der Lösung oft kleiner und verlieren an Bedeutung. Frage Dich: Was gibt es für Möglichkeiten? Gib nicht auf.
  • Denke daran: Sorgen machen ist wie im Schaukelstuhl sitzen. Es bewegt zwar, bringt aber nicht wirklich vorwärts. Mit viel Phantasie können wir uns Horrorszenarien ausmalen, die unsere Ängste schüren und uns schlechte Gefühle machen und dann gar nicht eintreffen. Male dir bewusst aus, wie etwas positiv ausgeht und wie es sich dann anfühlt.
  • Denke daran: Berühmte Erfinder haben erst nach hunderten von Misserfolgen erreicht, was sie suchten.

Natürlich fällt dieses „Positive Denken“ bei schweren Schicksalsschlägen oder ausweglos erscheinenden Situationen nicht leicht und ist oft zuerst nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, eine positive und optimistische Grundeinstellung zum Leben täglich zu trainieren. Bei Scheidung, Jobverlust oder einer ernsten Krankheitsdiagnose ist es normal, traurig oder beunruhigt zu sein.

Sei dankbar

Unterschätze nicht, was es mit dir macht, wenn du dankbar bist. Liebe und Dankbarkeit spielen eine wichtige Rolle. Vielleicht magst du jeden Abend einen Satz in ein Büchlein schreiben: Heute bin ich dankbar für……… Das kann etwas ganz kleines gewesen sein, du musst nichts grossartiges finden, freue dich über eine kleine Blume. Der Effekt kann bahnbrechend sein.

Und zum Schluss: Was möchtest du noch alles machen. Konzentriere dich dabei auf schöne, motivierende Dinge. Überfordere dich nicht mit riesigen Zielen, es soll ja Spaß machen und keinen Stress verursachen. Gehe los und verfolge ein schönes Ziel, das dir Freude macht – Jetzt!

Es gibt übrigens typische „Optimismus-Killer“. Sei nicht perfektionistisch, das bringt Angst vor dem Scheitern mit sich. Sage dir: alle Menschen machen Fehler und manche trauen sich gar nicht erst anzufangen, aus Angst zu versagen. Ich schon und bis auf kleine Ungenauigkeiten mache ich alles richtig. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.

Motiviere Dich für kleine Ziele, die Freude und Spaß machen

Häufig sind Negativ-Gedanken schon in der Kindheit entstanden und unser Unterbewusstsein lässt manchmal regelrecht zerstörerische Programme ablaufen. Unser Gehirn aber, lässt sich neu programmieren. Altes kann quasi überschrieben werden. Im Rahmen eines Coachings klappt das wunderbar.

In allem, was negativ aussieht, gibt es immer auch eine positive Seite. Probleme heißen Probleme, weil sie für uns da sind. Wir wachsen daran, lernen, gewinnen Erfahrung. Wären sie gegen uns, müssten sie Contrableme heißen.

Kann man zu viel Optimismus haben?

Zuviel Optimismus gibt es nicht. Hier die tolle Sichtweis des kleinen 4-Jährigen, der sagte: „Ich habe heute als letzter gewonnen.“ Das nenne ich eine positive Sichtweise.

Wenn Du mit Freude und Begeisterung und voller guter Gedanken etwas ausprobierst steht die Chance, dass es gut wird super. Optimisten gehen ein Risiko ein, dass sich ihre Vorstellung nicht erfüllt. Vielleicht überschätzen sie sich, aber was ist so schlimm daran? Ein Optimist denkt deshalb nicht, dass er etwas nicht kann, er denkt: „Nächstes Mal klappt es ganz sicher“.

Vor Kurzem sagte ich zu Jemandem: Du hast gesagt, du glaubst nicht an all diese Sachen, die ich da so sage und schreibe? Sie antwortete: Nicht wirklich, aber ich denke drüber nach, denn ich sehe jeden Tag, was es mit Dir macht und wie gut es Dir damit geht.

Wusstest du, dass es unmöglich ist, während man singt, Angst zu haben?

Wie wäre es, wenn wir heute einfach einmal dankbar sind, für alles was wir haben.

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